Das Ansiedler-Kreuz - Homepage Ostern

Direkt zum Seiteninhalt

Das Ansiedler-Kreuz

Heidegemeinde Ostern
eine Dokumentation von Hans Holzinger.

Bei der Ansiedlung 1772 wurde von der Familie Fraunhoffer ein Reliquienkreuz von Straubing nach Ostern mitgebracht. Das Reliquienkreuz wurde von dem Sohn der Familie, Franz Peter, im Haus Nr. 240 (neu Nr. 393) verwahrt. Es blieb in diesem Haus im Besitz der Familie bis es am 14 April 1991 mit den Nachkommen der Familie nach Deutschland zurückkehrte. Heute befindet es sich im Besitz von Elisabeth Fraunhoffer (Tischler Lis).
In seinem Buch "DIE HEIDEGEMEINDE OSTERN" hat der Autor Dr. Peter Pink, auf Seite 9, dieses Kreuz als "Ansiedler-Kreuz" bezeichnet.

Im folgendem sollen einige Überlegungen und Deutungsversuche zu diesem Kreuz angestellt werden. Für genauere Erkenntnise wäre eine wissenschaftliche Untersuchung von Nöten.

Als Relique werden allgemein Teile der körperlichen oder materiellen Überreste eines Heiligen bezeichnet. Solche Reliquien wurden im Mittelalter beispielsweise in Altären, Schreinen oder auch Kreuzen aufbewahrt.

Bei dem hier betrachteten Reliquienkreuz handelt es sich um ein hölzernes Artefakt aus dem 18. Jahrhundert. Das Kreuz hat eine Höhe von circa 28 cm. Auf der Vorderseite ist der am Kreuz hängende Jesus dargestellt, über ihm befindet sich Gottvater mit Heiliger-Geist Taube, unter ihm Maria im typus der Schmerzensmadonna mit einem Schwert in der Brust.
Auf dem rückwärtigen Schieber sind die Arma Christi, die Leidenswerkzeuge Jesus, als Sinnbild für dessen Opfer für die Menschheit dargestellt. Oben befindet sich der Kreuzestitel INRI, darunter ein Hahn als Symbol der Verleumdung Christi durch Petrus. Unter dem Hahn befindet sich ein Gefäß, welches wohl Essig oder Salböl enthielt. Im anschluss daran ist eine sich überkreuzende Lanze (Fackel) und ein mit Essig getränkter Schwamm auf einem Stab verbildlicht. Diese werden von drei Nägeln umgeben. Es folgt eine Darstellung von Leiter und Kreuz, als Symbol der Kreuzesabnahme Christus. Links von der Leiter ist zudem der Kopf einer an der Leidensgeschichte beteiligten Person zu sehen. Darunter befinden sich drei Spielwürfel sowie das Gewand Jesus um welches die römischen Soldaten spielten. Das abschließende Bild zeigt möglicherweise das Grabtuch Christi. Auf dem linken Kreuzarm befinden sich eine Geißel (?), ein Hammer und eine Dornenkrone, auf dem rechten Kreuzarm befindet sich der Kelch des letzten Abendmahles, eine Zange zur entfernung der Nägel sowie das Schweißtuch der Veronika (?).
In der zu öffnenden Innenseite des Kreuzes befinden sich hinter einen Stoff befestigte Reliquien sowie Papierbänder mit dem Namen:
Modesti, Aureli [...], Bonifati[...], Repara[...], Donati[...], Jucund[...], [...]Dignae[...], Victoria[...] sowie den Namen PY.[IV] und Justin[...] auf den Kreuzarmen.
Bei diesen Namen handelt es sich vermutlich um regionale Märtyrer wie den Hl. Modestus von Kärnten, dem Hl. Bonifatius sowie der Hl. Aurelia.

Um die Namen aller auf den Papierbänder genannten Heiligen sowie deren Bedeutung im Gesamtkontext der Darstellung erschließen zu können, müssten weitere Recherchen angestellt werden, so dass alle Fragen um dieses interessante Familienerbstück geklärt werden können.
(c) Heimatortsgemeinschaft Ostern 2001-2017; alle Rechte vorbehalten
Zurück zum Seiteninhalt